
Gut geplant ist halb gelungen, so heißt die Devise für mehrtägige Zusammentreffen vieler Menschen die sich von lauter Musik berieseln lassen wollen. Denn neben frühzeitigem Ticketkauf und dem mitbringen eines Zelts gibt es noch viele weitere Dinge zu beachten. Die nach unseren eigenen Erfahrungen wichtigsten Dinge die ihr unbedingt beachten müsst haben wir euch hier in unserem FESTIVALGUIDE zusammengefasst.
1) Aufs Wetter einstellen!

Pavillon (kaputt)
Bei Langzeit-Festivalbesuchern ist die nötige Ausrüstung sowieso vorhanden, doch auch für alle anderen lohnt es sich auf die beiden häufigsten Wettervarianten eingestellt zu sein:
brütende Hitze und strömender Regen. In beiden Fällen ist Schutz (ob vor Hitze oder Nässe) hilfreich, der klare Favorit ist in jedem Fall ein einfaches Pavillon (s. Bild). Zu beachten ist natürlich die windsichere Befestigung, sonst geht so ein Pavillon auch gerne mal fliegen. Kleidung sollte eigentlich kein Thema sein, Sonnencreme ist immer hilfreich (und bei knallender Sonne unabdingbar)!
2) Das Portemonnaie füllen
Wer denkt mit Kartenpreis und Volltanken wären die Kosten gedeckt irrt sich gewaltig. Neben dem typischen “Ich gönn mir hier doch noch einmal das ein oder andere Bier vom Stand” und horrenden Fast-Food-Preisen erwarten euch in vielen Fällen noch Zusatzkosten für das obligatorische “Ich-War-Hier-T-Shirt” oder Band-Merch den man einfach nach der genialen Performance kaufen muss. All das summiert sich recht schnell und übertrifft die anderen Kosten auch gerne gleich mal. In den meisten Fällen ist es das Erlebnis jedoch wert, deswegen früh genug anfangen zu sparen.
3) Den Anfahrtszeitpunkt geschickt wählen
Da neben einem selbst auch noch im Schnitt 50.000 andere solch ein Festival besuchen, kann es durchaus vorkommen, dass bei der Anfahrt mehrere oder MEHRERE gleichzeitig auf

Autoschlange (lang)
das Campinggelände wollen. Bei uns war es jetzt so, dass obwohl der frühstmögliche Zeitpunkt auf das Gelände zu kommen Donnerstag um 12 Uhr mittags war, angeblich trotzdem schon eine Schlange mit ca. 5 Stunden Wartezeit die Zufahrtswege blockierte. Je näher das Festival dann rückt, verkürzt sich auch die Wartezeit. Donnerstag Abend haben wir noch ca. 1 Stunde gebraucht, bis es auf Gelände ging.
Abhängig davon, wann man ankommt und sich in die Schlange stellt, wird man auch seinen Standplatz erreichen. Gegen 22 Uhr waren schätzungsweise 70% des Campinggeländes belegt. Dementsprechend weit hinten lag auch unser Platz. Natürlich gilt im Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wann man allerdings am besten ankommt lässt sich leider nicht mit 100%-iger Sicherheit sagen.
4) Die Platzwahl
Wie aus 3. bereits zu vermuten ist hängt also die Möglichkeit sich einen Platz “auszusuchen” direkt davon ab, wann man sich in die Schlange zum Festival stellt. Je früher man kommt, desto näher befindet man sich an der Bühne bzw. dem Gelände wo die Party steigt. Die Grundregel lautet: Je näher an der Bühne, desto lauter, desto mehr saufen, desto weniger Schlaf. Je weiter weg, desto mehr Ruhe, desto weitere Wege, desto weniger Zivilisation/Wasserstellen/Toiletten/Duschen.
Um es konkret zu beschreiben:
Zu Hauptbühne liefen wir geschätzt 20 Minuten. Zur nächsten Wasserstelle ( Im Sommer bei 35°C Todeshitze einfach überlebenswichtig ) ca. 10-15 Minuten. Zum Klo/Duschen 10 Minuten. Wichtig: Wenn ich hier von Toiletten rede, meine ich feste Sanitäranlagen. Dixiklos gab nahezu überall in unmittelbarer Nähe.
Wer mit diesen etwas längeren Laufwegen kein Problem hat, dem empfehle ich, sich einen Platz weiter abseits zu suchen. -> Wenn man Ruhe will, hat man sie dann auch.
Hauptwege meiden:
Grundsätzlich muss man an Hauptwegen mit einem deutlich höheren Maß an Verschmutzung rechnen und auch die Anzahl der Leute, die einem direkt ins Bier gucken können verhundertfacht sich. Das Selbe gilt für Grölen, Müll, Dosen, etc..
5) Verpflegung
Bei der Verpflegung sind eigentlich keine Grenzen gesetzt. Vielmehr hängt es davon ab, welche Möglichkeiten man hat seine Getränke und Speisen unterzubringen. Ein Kühlschrank ist dabei sicher das Beste aber da nur mit einem Generator zu gebrauchen nur was für Luxus-Festivalbesucher.
Für den Durchschnittscamper gilt Folgendes:
Essen:
Leichtverderbliche Waren lieber zuhause lassen und auf Dosenfutter setzen. Wobei auch Würstchen und ähnlich verpackte Lebensmittel ein Paar Tage überleben werden (Man bedenke, dass Tagsüber im Auto problemlos Temperaturen von 70°C erreicht werden können).
Man sollte auch ein wenig Abwechselung ins Essen bringen und verschiedene Geschmackssorten etc. mitnehmen. (Ravioli schmecken einfach nach der 3. Dose nicht mehr) . Ein guter Mix aus festem und flüssigem ist auch nicht falsch.
Für die Zubereitung empfiehlt sich ein kleiner Gaskocher samt kleinem Topf. Dosenfutter warm machen dauert dann nur eine Minute. Zum Grillen empfehlen sich Einweggrills oder wenn man mit mehr als 3-4 Leuten grillt ist ein gewöhnlicher Holzkohlegrill entspannter bei der Handhabung.
Getränke:
Gerade im Sommer ist nichts wichtiger als ein guter Vorrat an trinkbarem. Bevor man ans Bier denkt, sollte man an nichtalkoholisches denken. Wasser sollte in großzügigem Maße eingepackt werden: etwa 2-3 Liter pro Tag pro Person ist optimal. Je nach Alkoholkonsum erhöht sich dieser Wert. Man sollte sich einfach vor Augen halten, dass Wasser weitaus billiger ist als Bier und für den Körper auch eindeutig die bessere Wahl.
Nichtsdestotrotz möchte man ja auch seinen Spaß haben und aus Erfahrung kann man sagen, dass Bier da nicht reicht. Man schwitzt einfach alles wieder aus. Der ein oder andere Likör oder Schnaps gehört also auch mitgenommen.
Kaltes Bier ist gut und wichtig, weil warme Plörre schmeckt nicht und nur kaltes Bier vom Stand vorne ist Teuer (und morgens zu weit weg).
Die wohl einfachste Möglichkeit Bier dauerhaft kühl zu halten, ist eine Kühlbox mit genügend Eis drin. Beim Einpacken bei der Abfahrt einfach die Kühlbox voll machen mit eiskaltem Bier und anschließend mit Crush-Eis bis oben hin auffüllen. Das Bleibt sowas von Kühl. Am ersten Abend fast noch zu kalt zum trinken. Am ersten Morgen immer noch eisig. Am zweiten Morgen immernoch schön kühl und am dritten Morgen “nicht warm” bis kühl. Sogar mit nachfüllen bleibt die Temperatur OK.
Statt Kaffee sollte man genügend Energydrinks mitnehmen. (Nach bedarf Kühlen)
6) Wahl der Mitfahrer/-innen
Man sollte es nicht so genau nehmen mit der Hygiene wenn man so ein Festival besucht. Trotzdem heißt das nicht gleich “noch drei mal Wacken dann ist Duschen”. Wer aber zwei mal am Tag duschen will/muss sollte zuhause bleiben. Mit dem Rest verhält es sich ähnlich. Man sollte keine zu hohen Ansprüche haben und selbst wenn sollte man sich zumindest nicht beschweren wenn es nicht immer wie zuhause ist. Notorische Nörgler sollten von vorneherein von einem Festivalbesuch absehen.
Ansonsten gilt: Alle Spaßvögel, Trunkenbolde, Partypeople, Saufkompanen, und Leute vom selben Schlag haben quasi die Pflicht mitzukommen. Der Spaßfaktor steigt mit der Anzahl der Leute, die mitkommen. Am besten Fährt man mit mehreren Autos und etwa 10 Leuten hin. Auf dem Campinggelände kann man sich dann ein kleines Zeltdorf aufbauen und mit seinen ganzen Freunden ordentlich hausen/saufen/feiern/campen/festivalen/chillen (was ihr wollt).
Wir hoffen unser kleiner Festivalguide kann dem ein oder anderen von euch dabei helfen den Spaß beim nächsten Festivalbesuch zu maximieren.
Teilt doch auch eure Erfahrungen und Tipps in den Kommentaren oder per E-Mail mit uns!
