Review: The Saboteur

Obwohl ich erst ungefähr zwei Stunden Spielzeit hinter mir habe, möchte ich jetzt schon meine Meinung zu diesem Spiel abgeben.
Mein Eindruck bisher ist ganz klar positiv. Es ist ein Spiel, in dem Elemente von allen meinen aktuellen Lieblingsspielen enthalten sind. Die riesige freie Spielwelt, in der man auch Nebenmissionen absolvieren kann und natürlich die Möglichkeit hat, sich stets frei zu bewegen und die kleine Mini-Map, in der es auch fast das selbe GPS gibt, erinnert stark an die GTA Reihe. Das Feature, an allen Häuserwänden hochklettern zu können, die vielen Möglichkeiten, Missionen abzuschließen (entweder Alarm auslösen und alles niedermetzeln, oder Stealthmäßig) ist wiederum etwas, was ich mit Assassin’s Creed verbinde. Das tolle an diesen Parallelen ist aber, dass das Spiel trotzdem nicht so rüberkommt, als hätte man alles schon mal gespielt. Das liegt nämlich an der extrem hohen Abwechslung im Spiel. Ich hatte bisher wirklich keine Mission, die auch nur ansatzweise einer anderen geähnelt hat! Das ist ein Punkt, den ich auch für sehr wichtig bei Spielen halte.
Die Story trifft ebenfalls voll meinen Geschmack. Sie spielt in einem von Nazis besetzten Frankreich (Paris und drum herum, die Karte geht sogar bis nach Deutschland!) im Jahre 1940, und die Hauptfigur ist ein irischer Rennfahrer, dessen bester Freund von den Nazis ermordet wurde (diese Szenen werden übrigens auch am Anfang selbst durchspielt). Um sich eine Auszeit zu nehmen, geht er nach Frankreich, wo er dann jedoch von den Leuten der Résistance „überredet“ wird, sich gegen die Nazis zu stellen. So beginnt die Geschichte, die ich bisher noch nicht weiter erzählen kann, da ich sie nicht kenne. Während des Spielverlaufs wird man aber immer wieder deutsche Stützpunkte sabotieren müssen (heißt: hineinschleichen bzw. –schießen und dann alles wegsprengen).
Das beste im Spiel ist meiner Meinung nach die Atmosphäre. Als erstes muss ich sagen, dass es einfach nur geil ist, mit diesen französischen Oldtimern durch die Gegend zu fahren (die man übrigens auch in Garagen abspeichern und sogar „aufmotzen“ kann ->GTA). Kommt man in noch von Nazis besetze Viertel der Stadt, so geht jegliche Farbe verloren und nach einiger Zeit beginnt es zu regnen, sehr eindrucksvoll! (siehe Bild) Im Laufe der Story, wenn man die größten Stützpunkte in den jeweiligen Vierteln sabortiert, gewinnt die Résistance dann die Oberhand und das eroberte Viertel erhält seine Farbe zurück. Ab einem bestimmten Zeitpunkt (ich habe es gestern zum ersten Mal erlebt) gibt es dann in den Résistance-Vierteln ab einer bestimmten Alarmstufe (die den Fahndungssternen bei GTA ähneln, auch vom polizeilichen Vorgehen) Widerstandskämpfe, die auch an die Gang-Wars bei GTA San Andreas erinnern - wieder eine Parallele.
Nachteile gibt es meiner Meinung nach beim Gameplay. Dies wirkt teilweise irgendwie unfertig oder veraltet. Man kann mit der Spielfigur beispielsweise an bestimmten Seilen vom Dach der einen- auf das Dach der anderen Straßenseite gelangen. Man muss sich drunter stellen und springen, um sich an das Seil zu hängen. Das Problem hierbei ist, dass die Toleranz dafür zu gering eingestellt ist. Bis man wirklich genau druntersteht, damit sich die Figur endlich am Seil festhält, ist man oft schon wieder aus irgendeinem Grund vom Dach runtergefallen (man sieht so ein Seil im oberen Bild). Kritikpunkt zwei ist die KI der Gegner. Man fällt den Deutschen als Verdachtsperson auf, wenn man sprintet, schleicht, klettert und in Sperrgebiete eindringt. Allerdings ist es teilweise sowas von einfach, an die Wachtürme der Deutschen dranzukommen (die man dann meistens sabotieren will/muss), weil man zwar auffällt wenn man auf Dächer klettert, aber nicht, wenn man auf Dächern rumläuft. Das ist meiner Meinung nach wirklich unlogisch, dass das den Deutschen völlig egal ist, wenn vor einem ein Ire auf dem Dach zum Wachturm läuft, danach wieder weggeht und der Wachturm dann ganz plötzlich explodiert.
Als Fazit würde ich sagen: Grafik ok, Gameplay verbesserungswürdig, Atmosphäre ist der Hammer, Story ist sehr gut, weil sie sehr abwechslungsreich ist, aber die Storyline trotzdem nicht verloren geht. Und die zwei aufgelisteten Nachteile, über die kann ich hinwegsehen, weil ich einfach vom Rest schon sehr begeistert bin, sodass mich das dann nicht mehr so extrem stört. Kaufempfehlung also: JA!
In einem Punkteraster bekommt das Spiel von mir 8 von 10 möglichen Punkten.
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